Schreiben ist der größere Wahn – Esra Akkaya und Onur Erdur über Tezer Özlü
Shownotes
«‹Die kalten Nächte der Kindheit› von 1980 blickt zurück, in Form eines inneren Monologs über Kindheit, Krankheit, Sprache und Überleben, während ‹Suche nach den Spuren eines Selbstmordes› diese Bewegung nach außen verlagert, auf eine Reise durch Europa, ‹zu den Gräbern meiner Schriftsteller›, die zugleich eine Bewegung ins Innere ist. In beiden Werken wird die Schwelle zwischen Leben und Tod zum Gegenstand. Zusammen gelesen antwortet die eine Lektüre auf die Aporien der anderen» — das schreibt die Literaturwissenschaftlerin Esra Akkaya in unserem Reader 5 über die großartige türkische Schriftstellerin Tezer Özlü.
Warum Özlü gerade wiederentdeckt wird und welche Bedeutung ihr suchendes Schreiben zwischen Istanbul und Mitteleuropa für literarische und nomadische Existenzen heute hat, bespricht Esra Akkaya im Dialog mit dem Kulturwissenschaftler Onur Erdur.
Das Gespräch wurde im Dezember 2025 vor Livepublikum in der daadgalerie Berlin aufgezeichnet.
Esras Akkayas Essay «Schreiben ist der grössere Wahn – über Tezer Özlüs Weltliteratur» findet ihr im Berlin Review Reader 5 und auf blnreview.de.
Transkript anzeigen
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00:00:04: Hi, mein Name ist Tobias Haberkorn.
00:00:06: Sie hören Berlin Review
00:00:08: Audio.
00:00:12: Berlin Review ist ein Magazin für Bücher und Ideen.
00:00:15: Im Dezember ist unser sechstergedruckter Reader erschienen und eröffnet wieder mit einem Essay von Esra Akaya.
00:00:23: Es reist Literaturwissenschaftlerin.
00:00:25: Sie forschte an der Universität Duisburg Essen über sephalische Kultur sowie jüdische und romanische Literaturen.
00:00:31: Und in ihrem Berlin Review Essay schreibt sie über die türkische Schriftstellerin Theser Özlü die in den Jungen an einer Krebserkrankung verstarb.
00:00:40: Es gibt von dieser Özlü genau zwei Romane, die Israel in ihrer Besprechung als – Zitat – Weltliteratur bezeichnet und ein Stück weit auch feiert.
00:00:50: Die kalten Nächte der Kindheit ist der Titel des ersten Romans, den Özlü um neunzehntachzig auf Türkisch verfasste.
00:00:57: Gerade ist im Urkampverlag eine kongeniale Neuübersetzung von Dennis Utlu erschienen.
00:01:02: Ihren zweiten Roman suche nach den Spuren eines Selbstmordes, schrieb Tessa Ötzlü, die den frühen Achtzigern auch in West-Berlin und Zürich lebte, dann direkt auf Deutsch.
00:01:14: Auf unserem Launch-Event im Dezember in der Berliner D.A.
00:01:16: D.Galerie sprach Esra Akaya mit dem Kulturwissenschaftler Onur Erdur, den ihr vielleicht durch sein Buch Schule des Südens über die koloniale Vor- und Frühgeschichte der französischen Theorie kennen könnt.
00:01:29: Dieser Ötzschlüh war in den Neunzehn-Achtzigern selbst der Distipendiatin.
00:01:33: Insofern passten Anlass und Ort perfekt zusammen.
00:01:38: Esra und Onur hatten ein weiträumiges und doch sehr konzentriertes Gespräch über das Schreiben als Ausweg und Katalysator persönlicher Krisen, über die Faszination mit wiederentdeckten Autor-Innen und vor allem auch über die Türkei.
00:01:52: in der Thésa Özlü aufwuchs und aus der sie weggegangen ist und auch über die verpassten Möglichkeiten deutsch-türkischen Kulturaustauschs, zudem Özlü selbst als Schriftstellerin und Übersetzerin so viel beigetragen hat wie wenige andere.
00:02:09: Ich wünsche euch viel Spaß mit der Aufnahme des Gesprächs und wenn ihr mehr über Thésa Özlü wissen wollt, holt euch gerne unseren Reader V Es gibt ihn im Buchhandel in Deutschland, Österreich und der Schweiz oder direkt über unser Website blnreview.de.
00:02:28: Esra, du hast diesen großartigen Porträt der türkischen Schriftstellerin Tessa Özilö in der Novemberausgabe der Berlin Review verfasst, die dann jetzt auch in dieser Printausgabe dann auch erschienen ist.
00:02:42: Und großartig, wenn ich das zu sagen darf, großartig erstens, weil du mir wahrscheinlich auch vielen anderen eine Autore näher gebracht hast, die ich bis dato noch gar nicht kannte.
00:02:53: Großartig aber auch... weil du dafür gesorgt hast, dass bei mir im Grunde genommen nach der Lecture deines Textes so ein bisschen die Thesiosylö-Wochen ausgebrochen sind.
00:03:04: Tatsächlich, ich habe dann einfach, ich habe beide Bücher, also beide besprochenen Bücher von dir, zu denen wir ja auch gleich kommen, richtig, also fieberhaft verschlungen.
00:03:12: Ich habe sie richtig gelesen, auch weiter empfohlen sofort.
00:03:15: Ich habe auch ohne Übertreibung in den letzten Tagen auch immer so Rückmeldung bekommen von Leuten, denen ich das dann empfohlen habe und die haben dann zurückrufen, meine dann so großartig und also da ist irgendwas passiert, das ist ein, ich finde, es ist eine wunderschöne Entdeckung.
00:03:29: Diese Tese Ösle, die wir fast vierzig Jahre nach der Verfassung ihrer Schriften eigentlich, ihrer zwei Romane erleben dürfen.
00:03:37: Und meine erste Frage würde schon in die Richtung gehen, ob bei dir eigentlich auch Tese Ösle Wochen ausgebrochen waren, als du dann Monate oder Monate.
00:03:46: Also genau, wie bist du eigentlich zu Tese Ösle gekommen?
00:03:50: Zufall, Schicksal.
00:03:53: Es ist ganz interessant.
00:03:54: Ich glaube, ich habe, also Thesed Özilou kam ein paar Mal in meinem Leben vor und ich merke es erst jetzt.
00:04:01: Das wird auch im Essay kurz angesprochen.
00:04:04: Ich habe im März eine E-Mail erhalten von Galili Schacher.
00:04:07: Er ist ein hervorragender Literaturprofessor, der in Berlin lebt und er hat meine E-Mail geschrieben und gesagt, ich halte gerade Özilou's Buch in der Hand.
00:04:17: Kennst du es?
00:04:17: Es ist zu ihm erschienen.
00:04:19: Und dann habe ich geschaut, ja, ich habe ein Thesed Özilou Buch.
00:04:23: auf Englisch in meinen Bücheregalen, dass mir vor ein paar Jahren Freunde aus England geschenkt hatten in Berlin.
00:04:30: Und ich habe es damals gelesen, aber nicht so ganz ernst genommen, muss ich gestehen, weil das Cover so schlimm war.
00:04:36: Da war so eine junge Frau und ich glaube eine Moschee oder so.
00:04:42: Dann habe ich es aber nochmal gelesen für Galileo und dann haben wir uns ein paar Wochen später wieder gesehen beim Pessachabend, also für ein Abendessen und wir waren ein bisschen angetrunken und es war sehr warm in dem Raum.
00:04:53: und dann ist man ja so ein bisschen verwirrt.
00:04:56: und dann hat er vom Buch erzählt, ich habe vom Buch erzählt, wenn man beide völlig begeistert und wir beide reden mit den Händen immer so und außer Atem und irgendwann merke ich, es geht um was anderes, der redet, also ich habe was anderes gelesen.
00:05:13: Und dann holt er ein Buch raus und zwar holt er Suchen nach den Spuren eines Selbstmortes raus.
00:05:19: Und ich hole die englische Fassung von die kalten Nächte der Kindheit raus.
00:05:23: Und das sind zwei verschiedene Romane.
00:05:26: Aber wir haben beide denselben Eindruck.
00:05:28: Und dann war mir irgendwie noch mehr begeistert, als wir es schon waren.
00:05:31: Und dann hat Galili und wenn man ihn kennt, dann weiß man es.
00:05:34: Er wollte eigentlich heute Abend auch kommen, aber er ist leider krank.
00:05:38: Also er gestikuliert dann immer so mit Leidenschaft und hat dann gesagt, Das ist Welt, Literatur.
00:05:44: Und seitdem hat mich das irgendwie nicht ganz losgelassen.
00:05:48: Und dann hatte ich auch einen Tesserörsel-Fieber.
00:05:51: Und ein Fast-Forward.
00:05:52: ein paar Monate später, diesen Sommer war ich Spendiatin der Kulturakademie in Tarabia in Istanbul.
00:06:00: Und zeitgleich war Dennis Utluder, der dieses Buch übersetzt hat.
00:06:04: Der hat diese hervorragende Übersetzung geschrieben.
00:06:10: Mit ihm habe ich dann noch mal über die Spuf gesprochen.
00:06:13: Und dann war ich viel in Istanbul aus.
00:06:14: und dann geht man in ein Meyhan, also in ein Restaurant, wo Racke getrunken wird und Messer gegessen wird.
00:06:19: Und dann geht man zum Beispiel ins Jakob II, das ist ein Beolo.
00:06:22: Und da hängt ein riesiges Porträt von Thesed Özl direkt am Tisch.
00:06:25: Das heißt, ich saß da und habe mich Thesed Özl angeguckt.
00:06:29: Und irgendwie hat mich das ziemlich immer wieder gefunden.
00:06:33: Du erwähntest gerade jetzt, wenn du es so beschreibst, Tauchen eigentlich auch schon, zum einen die Orte schon auf, bei denen ist die eine Rolle spielen bei Therese Oesle, Istanbul, also schon fast schon so eine Typografie der Städte, Istanbul, dann natürlich auch schon zwei Bücher, die beide auch eine verwickelte, ich würde sagen eine verwickelte Editionsgeschichte haben.
00:06:55: Also die sind... auch so angelegt fast schon, dass man da ein bisschen confused ist und sich, dass man irgendwie noch mal genau der Titel in welche Übersetzung und wie ist es genau geschrieben.
00:07:05: Also es sind unterschiedliche Orte, unterschiedliche Sprachen auch.
00:07:08: Genau, vielleicht müssten wir fast schon für die kurz mal auseinander klamüsern, wie, wann, auf welcher Sprache geschrieben wurde.
00:07:16: Ich glaube, das ist nämlich ein Grund für diese, vielleicht nicht für das Missverständnis, aber dass es sehr leicht passieren kann.
00:07:21: Ich habe auch in den Gesprächen mit Freunden auch, wenn es um die beiden Bücher ging, ein bisschen... jedes mal haben wir den Titel dann irgendwie welche.
00:07:28: jetzt um was geht?
00:07:29: es sind zwar unterschiedliche bücher und trotzdem haben die natürlich eine eine ähnlich also eine ähnlichkeit.
00:07:37: na beides natürlich.
00:07:38: also fangen wir ich weiß nicht mit was wir anfangen.
00:07:40: beide sind natürlich auch erst jetzt in den letzten twelve hunderten erschienen.
00:07:44: das ist vielleicht auch mal vorweg zu sagen das ist einfach im grund genommen Entdeckung und Wiederentdeckung einer Autorin, zumindest im deutschsprachigen Raum.
00:07:53: Das erste ist letztes Jahr erschienen in der Bibliotheks-Surgkamp, Suche nach den Spuren eines Selbstmordes.
00:08:01: Das ist auf Deutsch geschrieben von ihr selber.
00:08:05: Sie hat es zuerst auf Deutsch geschrieben und dann lag das Manuskript, also in Marburg.
00:08:12: Und dann wurde es aber auf Türkisch publiziert in der Türkei.
00:08:16: Und ich glaube, Dennis hat auch diesen Text zu meiner Skriptsuche geschrieben und das glaube ich auch auf der Berlin Review Website nachzulesen, also bitte.
00:08:27: Und jetzt wurde es dann nach langer Suche, das war schon, glaube ich, ein kleiner Kampf, wurde es dann bei SoCamp jetzt veröffentlicht.
00:08:36: Und sie hat es selbst neu geschrieben letztendlich, das heißt, sie hat zwei Romane geschrieben.
00:08:42: Das ist ja dann keine Übersetzung mehr.
00:08:45: Die kalten Nächte der Kindheit ist auf Türkisch geschrieben und erschienen.
00:08:49: Genau.
00:08:50: Und es wurde jetzt von Dennis übersetzt.
00:08:51: Genau.
00:08:52: Also wir haben einmal Suche nach den Spuren eines Selbstmordes Anfang der Achtzigerjahre geschrieben auf Deutsch, dann ins Türkisch übersetzt von ihr selber, dann aber erstmal vergessen mit einem Nachwort versehen von Eminus Elfge Östermal letztes Jahr.
00:09:08: und dann aber die kalten Nächte der Kindheit auf Türkisch erschienen erstmal und jetzt von Dennis Utlö wie ich finde, auch brillant übersetzt.
00:09:18: Wir müssen vielleicht kurz auch den Utlo quasi grüßen, der ist jetzt, weil jetzt nicht in Berlin, sonst wäre er vielleicht auch hier mit einer brillanten Übersetzung und eben auch einem Gespür für die und einer Suche nach diesen Manuskripten auch gewesen, was auch in der Börlene Vier in der Online-Ausgabe schon erwähnt, das ja auch von ihm beschrieben wurde.
00:09:45: Beide Roman namen Anfang der achtziger Jahre von ihr geschrieben, in zwei unterschiedlichen Sprachen.
00:09:50: In beiden Romanen geht es, also wenn wir jetzt von den Orten die Orte abkunden, ist es Islam oder ist es auch Berlin?
00:09:59: Tessa Öslö hat ja auch in Berlin gelebt.
00:10:01: Und sie war ja auch DRD-Spendiatin.
00:10:03: Ja, wer war Tessa Öslö eigentlich?
00:10:05: Genau.
00:10:06: Wer war Tessa Öslö?
00:10:07: Wir müssen
00:10:07: einiges auf Drösel.
00:10:10: Dessert Rösel war eine Autorin und sie hat auch übersetzt.
00:10:15: Sie hat Kafka übersetzt, Parvese und Ingeborg Bachmann.
00:10:18: Das muss man auch immer wieder erwähnen.
00:10:20: Also Bachmann ins Türkische übersetzt.
00:10:22: Und sie war in Istanbul auf der österreichischen Schule, also auf dem österreichischen Gymnasium.
00:10:28: Das heißt, sie konnte österreichisch Deutsch sehr gut lesen, schreiben und sprechen.
00:10:34: Und darum geht es auch oft in den Büchern.
00:10:37: Also ich möchte die Bücher nie biografisch lesen, weil mir geht es nicht um die Biografie Oeslös.
00:10:42: Ich finde das immer so unnötig, auf die Biografie zurückzugreifen, weil die Texte geben uns da schon genug Material.
00:10:50: Also wir können ja nur über die Texte reden und dann die Türkei verstehen und warum es um diese Subjekte und Objekte geht.
00:10:57: Und sie ist leider sehr früh verstorben.
00:10:59: Sie hatte Brustkrebs und ist in Zürich verstorben.
00:11:03: Aber vielleicht jetzt, wenn wir, also ich verstehe absolut einen Punkt bei der Biografie stehen bleiben, aber diese Information, dass sie zum Beispiel selber, dass sie auf eine katholische, österreichische Privatschule gegangen ist, wo sie eben das erste Mal, also die Begegnung hatte mit der deutschen Sprache und dann Übersetzerin geworden ist, wäre vielleicht genau, ist ja wichtig für das, für den Hintergrund oder für den Kontext zu verstehen, wie sie dann zum Beispiel auch eben bei der Suche nach den Spuren eines Selbstmordes.
00:11:33: Im Grunde genommen, der Selbstmord, der hier im Titel erwähnt wird, ist ja eigentlich, das ist der Selbstmord von Cesare Pavese.
00:11:40: Also dieser Selbstmord von dem italienischen Schriftsteller bildet den Erzählrahmen und die Protagonistin in dem Roman begibt sich von Westberlin aus auf die Reise zu den, wie sie sagt, zu den Gräbern ihrer verehrten Schriftsteller.
00:11:56: Unter anderem Pavese, aber auch Svevo in Trieste, also Pavese in Turin, Svevo in Trieste.
00:12:02: Und sie begibt sich auf Reise, aber eben nicht von Istanbul aus, sondern von Westberlin aus.
00:12:06: Auf
00:12:07: Prag und dann, also sie besucht erst Kafkaes Grab in Prag und dann macht sie sich über die Südroute weiter auf dem Weg nach Italien.
00:12:20: Dieser Roman ist ja quasi eine äußere Reise.
00:12:23: Es ist also wirklich eine gelebte Reise durch Europa und endet dann in Italien.
00:12:29: Und der Roman, die kalten Nächte der Kindheit, und ich finde auch die Titel dieser Romane wirklich schwierig auch zu sprechen immer wieder.
00:12:35: Die kalten Nächte der Kindheit wiederum ist eine erinnere Reise.
00:12:39: Wir verfolgen da das Leben der Erzählerinnen von Geburt an bis ins Erwachsenalter in der Türkei.
00:12:46: auch zeitweise in Europa.
00:12:48: Und es gibt natürlich eine Intellektualität zwischen beiden Romanen.
00:12:52: Im Roman suche nach den Spuren eines Selbstmordes.
00:12:57: Das schreibt die Erzählerinnen, jetzt muss ich kurz nachlesen.
00:13:00: Niemand kann ahnen, dass ich in seinem gelungenen Selbstmord mein Nichtgelungen erkenne.
00:13:05: Und in die kalten Nächte der Kindheit lesen wir über einen Selbstmordbesuch der Erzählerinnen.
00:13:12: Und ich finde deswegen, dass nur wenn man beide Romane zusammen liest, kann man wirklich beide Romane vollständig verstehen.
00:13:18: Also die Romane ergänzen sich nicht nur, sondern sie antworten auf Lehrstellen des anderen Romans.
00:13:23: Und das ist das nicht so stark.
00:13:30: Datiert auch das Schreiben dieser beiden Romane.
00:13:32: Ich glaube, bei die Kalten Nächte der Kindheit ist es august, neu, septem, neu, septem, neu, april, zweiundachtzig bis august, zweiundachtzig.
00:13:47: Und das Verbindende, also wenn, wenn... wenn ich meine Lektüre Eindrücke teilen darf, das Verbinden ist nur um das Reisen geht, um das Äußerreisen erstmal, ist ein absolut gestresstes Reisen.
00:14:00: Sie fährt nämlich von Westberlin nach Wien, dann will sie aber eigentlich nach Turin, aber dann hängt sie zwischendurch dann in Jugoslawin ab und fährt also teilweise hin und her.
00:14:14: Und zwar auch... fast so nach launigen Situationen, in denen sie einmal mit einem Mann in die Einrichtung fährt und dann aber mit dem Zug in die andere.
00:14:23: Und eben, es ist nicht nur eine Reise durch Europa, es ist natürlich auch, ich würde fast schon sagen bei der Suche nach den Spuren eines Selbstmodels, natürlich auch schon eine Reise durch ihre inneren Bedürfnisse oder Wünsche oder auch Begehren.
00:14:37: Würdest du es anders
00:14:38: sehen?
00:14:38: Ja, es ist natürlich kein lineares Erzählen.
00:14:40: Und es ist deswegen auch keine lineare Reise.
00:14:42: Also es ist auch sehr typisch für Oesle schreiben.
00:14:46: Es ist an Stellen sehr fragmentarisch.
00:14:50: Und auch, ich glaube, Oesle ging es nicht darum, gelesen zu werden.
00:14:55: Und das wird sehr deutlich in den Romanen, weil die Schreibart nicht immer leserfreundlich ist.
00:15:01: Das heißt, wir verlieren uns oft selbst.
00:15:03: Wir wissen nicht, wo wir sind, an welchem Ort wir sind, in welchem Jahr wir uns befinden.
00:15:07: Wir wissen nur, dass das Erzählsubjekt umgeben ist von gegenwärtigen Untiefen.
00:15:12: Und das sind dann oft politische und soziale Untiefen, die nie direkt angesprochen werden, aber die werden dann halt zwischen den Zahlen zugänglich gemacht für uns.
00:15:20: Und deswegen, diese Umstände führen dann auch zu diesen Zickzack-Schreiben und zum Zickzack-Lesen.
00:15:28: Und manchmal, also in Suche nach den Spuren eines Selbstmortes, sind wir dann plötzlich an einem Bahnhof.
00:15:36: Und dann sind wir wieder an einem bestimmten Ort und dann sind wir im Wagon und dann sind wir wieder in einem Hotel und einem Grab.
00:15:44: und es sind so viele Markierungen, gleichzeitig wissen wir aber nie, wo wir sind und darum geht es ja auch nicht.
00:15:52: Und das ist ja auch vielleicht das, was Galilei so als Welt-Iterator bezeichnet.
00:15:57: Es geht natürlich im Ort, aber es ist jenseits von Ort und Sprache.
00:16:02: Es geht wirklich, es sind immer... Zustandsbeschreibung, die wir lesen.
00:16:09: Von Ihrer Seele zum Beispiel oder Zustandsbeschreibung?
00:16:12: Ja, aber natürlich nicht nur.
00:16:14: Also, mein Take ist ja so ein bisschen, dass... oder ich interessiere mich für Literatur, in der es nicht um das eigene Leben an sich geht, sondern in Oeselus... Also, ich bin Fan von Oeselus schreiben, weil in Ihren Romanen... werden zwar individuelle Erfahrungen wiedergegeben und zugänglich gemacht.
00:16:36: Und das ist ja die Kraft der Literatur, dass ein Raum geschaffen wird in den Erfahrungen, die sonst nicht versprachlich werden können, für uns textuell zugänglich gemacht werden.
00:16:46: Und das geschieht auch in östliches Roman.
00:16:49: Aber es geht nicht darum, die eigene Geschichte zu erzählen, es geht darum, die eine individuelle Erfahrung wiederzugeben, um ein kollektives Gedächtnis oder die individuelle Erfahrung als Teil eines Absoluten zu erklären.
00:17:01: Das heißt, wenn wir uns in die Kaltenächter Kindheit in einer Nervenklinik befinden, die oft auch ein Ehrenhaus genannt wird, dann ist das für mich stellvertretend.
00:17:13: die türkische Republik, die einfach eine... ein Irrenhaus ist und war und alle, die in diesem Land leben, sind einfach Gefangene des Irrenhauses.
00:17:21: Und diese Elektroschocks, dass das Textsubjekt immer wieder erfährt, das ist die Gewalt, die einfach die Menschen immer wieder auf der Straße erfahren und auch in ihrem Zuhause.
00:17:31: Also das heißt, wir haben natürlich die eine... individuelle Erfahrung, aber es ist schwierig, die Erfahrung von achtzig Millionen Menschen nachzuvollziehen, aber es ist einfach das Leben einer Person nachzuvollziehen und damit irgendwie das Ganze zu verstehen und das passiert in öslös-roman.
00:17:48: Ich hatte, weil du den Aufenthalt in der Klinik erwähnst und aber auch diese Diese große Frage, wie hängt es mit dem politischen Kontext der Türkei zusammen?
00:18:00: Das ist natürlich die Frage, die sich sofort beim Lesen des Buches, die kalten Nächte der Kindheit stellt.
00:18:06: Das ist ein Kapitel, das ist sehr stark.
00:18:08: Es fängt witzig an mit Beschreibung von Berlin.
00:18:15: geht dann mal direkt weiter in die Beschreibung ihrer wahnhaften Zustände.
00:18:19: Sie sagt es selber.
00:18:20: Sie verwendet selber die Begriffe Wahn und Depression sehr oft in dem Kapitel.
00:18:26: Und man kann sie auch als solche lesen.
00:18:28: Und je mehr ich davon gelesen habe, desto mehr hat sich mich dann auch gefragt, ist das nicht am Ende sogar nicht sogar ein... eine Allegorie oder eine Metaphote, also kein Abbild der Gesellschaft, aber irgendwie ein Versuch, den Verlust, die Situation der linken, intellektuellen in der Türkei der siebziger Jahre vielleicht auch nicht auf den Punkt zu bringen, aber zu beschreiben.
00:18:51: Aber bevor wir da in die Richtung gehen, würde ich gerne... Vielleicht ein bisschen von der allgemeinen Anlage des Romans.
00:19:00: Vielleicht bleiben wir dabei.
00:19:03: Du hast nämlich gesagt, sie hat bestimmte Erfahrungen, die sie stark macht.
00:19:06: Sie müssen jetzt nicht individuelle sein.
00:19:08: Aber von der Anlage her ist es ja fast schon, was heißt klassisch, aber es ist erst mal, gibt es nichtbare Linien, mit denen man viel anfangen kann.
00:19:16: Das sind ja vier Teile.
00:19:18: Das erste beginnt mit Beschreibung des Familienhauses, des Apartments.
00:19:27: Es fängt eigentlich an wie ein Kindheitsroman oder wie ein Entwicklungsroman.
00:19:33: Der zweite Teil beschreibt schon die Schule, die Non-Schule.
00:19:38: Und vielleicht bleiben wir einfach nur bei den ersten zwei Teilen, die ja auch mit bestimmten Erfahrungen zu tun haben, individueller und gesellschaftlicher Natur.
00:19:46: Vielleicht kannst du dazu was sagen.
00:19:49: Ja, also was ich da stark finde ist, ist, also wir lernen, also im ersten Roman lesen wir über die Kindheit.
00:19:56: Also das Haus steht stellvertretend für die Kindheit.
00:19:59: und im zweiten Roman, im zweiten Kapitel lesen wir nicht nur nach über die Schule, sondern auch über den Schulweg.
00:20:08: Das heißt, also das sind dann, das sind auch dann, das ist auch ein Umweg für das Textsubjekt, eine Art Ausfahrt oder einen, einen, einen eine Flucht von der Schule.
00:20:21: Und beide Orte sind sehr gesetzesgebend.
00:20:25: Und das Textsubjekt, also die junge Frau, widersetzt sich immer wieder diesen Gesetzen.
00:20:31: Und zu Hause gibt es nicht nur der Vater des Gesetzes, sondern auch Atatürk, der Übervater von allem und jedem.
00:20:41: Und das wird auch sehr, sehr deutlich beschrieben im Buch.
00:20:46: Und im zweiten Kapitel ist zwar die Schule gesetztesgebend, aber die Schule ist ja dann auch, also die Lehrerinnen sind auch gleichzeitig non.
00:20:58: Das heißt, Gott ist mit im Raum die ganze Zeit und die Schülerinnen können nicht verstehen, warum non das tun, was sie tun und warum sie so leben, wie sie leben.
00:21:08: Und wir befinden uns immer in diesen Spannungsverhältnissen, wenn wir das lesen.
00:21:12: Also wir einerseits erfahren auch wir, wenn wir lesen, diese Gesetze und diese Zwänge und diese Sitten und Rituale.
00:21:20: Und gleichzeitig machen wir auch diesen Widerstand mit, die wirklich teils durch körperliche Umwege beschrieben werden.
00:21:30: Durch einen Selbstmordversuch oder auch durch Aufenthalte in der Nervenklinik.
00:21:36: Du machst es, in deinem Porträt hast du an einer Stelle, sagst du es so schön, in dem Moment, in dem die junge Frau, die erzählt hat, versucht das Gesetz zu brechen.
00:21:48: und mit dem Gesetz ist es einmal einerseits der Vater oder die Schule oder die Institution.
00:21:54: In diesen Momenten wird sie aber jedes Mal selber gebrochen, bis hin zu dem ultimativen Gebrochensein in der Nervenklinik.
00:22:05: Das handelt sich auch wirklich innerhalb von wenigen Sätzen einfach ab.
00:22:08: Also sie beschreibt die Diskussion über Gott mit der Nonne, dann innerhalb von zwei Sätzen sagt sie dann so, ja, ich habe dann einfach entschieden, nicht mehr an Gott zu glauben.
00:22:17: Also es klingt jetzt so floskelhaft, aber sie baut das so auf und dann ist es einfach nur ein Satz und dann geht es weiter.
00:22:25: Das macht sie mit sehr vielen Themen eigentlich.
00:22:28: Auch sehr oft in ihren Begegnungen mit... Die beiden Romane sind voller Beschreibung, wie die Erzählerinnen Männer trifft und selber entscheidet, mit wem sie jetzt schläft und mit wem nicht und auf wem sie jetzt Lust hat und wer sie nervt oder wenn nicht.
00:22:45: Also es ist auffallend sogar, dass sie da mit kurzen Entscheidungen viele Situationen irgendwie erlebt oder ab.
00:22:58: oder meistern zu meistern versucht und gleichzeitig hat man sich an sehr vielen Dingen scheitert einfach auch.
00:23:03: Ja, also ich glaube, dass diese kurzen Entscheidungen sind auch in ihrer Schreibart zu erkennen.
00:23:11: Sollen wir mal jetzt vorlesen.
00:23:13: kurz.
00:23:13: Es gibt so eine Stelle, diese Stelle hat es nicht in meinen Essay geschafft, deswegen wird es jetzt hier vorgelesen.
00:23:21: Die wurde nämlich rausgestrichen.
00:23:26: Und zwar auf Seite vierzehn.
00:23:28: in die kalten Nächte der Kindheit.
00:23:30: Und übrigens auch, das müssen wir jetzt kurz sagen, das ist ein ganz schlimmes Cover.
00:23:34: Schlimmes Coverbild.
00:23:35: Es ist unmöglich.
00:23:37: Nun, ich vergabe an.
00:23:40: Auf der Anrichte baut mein Vater Atatürk einen Schrein.
00:23:43: Hier steht eine goldene Böste Atatürks.
00:23:45: Daneben hieß der an einer dünnen Metallstange die türkische Flagge aus Rotem Satin mit aufgestittenen Halbmond und Sternen.
00:23:53: Besonders an Staatsfeiertagen möchte mein Vater, dass wir gemeinsam die Nationalhymne singen.
00:23:58: Wenn niemand einstimmt, singt er mit seiner trompeten Stimme allein zu Ende.
00:24:04: Und wenn sie im Radio die Nationalhymne spielen, steht Herr Stramm.
00:24:07: Von uns erwartet er dasselbe.
00:24:09: Zu Hause muss niemand Stramm stehen, sagen wir.
00:24:12: Er begeistert sich auch für den Marsch von Harbiere und das Lied der Grenzsoldaten.
00:24:17: An sonnigen Tagen flutet das morgenlich die Küche.
00:24:20: Von hier aus sieht man die Fatih Moschee.
00:24:22: Erst Jahre später versperren graue, platten Bauten die Sicht.
00:24:26: Gerümpel auf jedem Balkon, Rufuhr aus jedem Fenster, Radio aus jeder Wohnung lassen keinen Moment der Stille zu.
00:24:34: Ich werde von Gedanken an den Tod verfolgt.
00:24:36: Tag und Nacht denke ich darüber nach, mich zu töten.
00:24:39: Es gibt keinen bestimmten Grund dafür.
00:24:41: Leben ist gut, nicht Leben ist genauso gut.
00:24:44: Das ist nur eine Unruhe, eine Angst, die mich dazu drängt, mich zu töten, es zu versuchen.
00:24:51: Und ich finde, das ist so... Eine zentrale Stelle, aber auch stellvertretend für ihr Gesamtwerk, kann man da nachvollziehen, wie sie schreibt und wie ihr Text funktioniert.
00:25:04: Wir haben mehrere Erlebnisse.
00:25:06: Wir haben einmal das Militär, wir haben Atatürk, der wirklich immer noch als Überfahrt, also ich meine die Vater der Türken und Vater von allem und jedem und wirklich über Gott steht auch.
00:25:23: Und der Vater im Haus macht das mit.
00:25:26: Wir haben nicht nur Nationalstolz, wir haben auch Militärstolz.
00:25:31: Wir haben dann aber auch die Moschee im Raum.
00:25:33: Wir haben diese Plattenbauten und jede Person, die in Istanbul war oder Istanbul die letzten oder die Türkei die letzten Jahrzehnte verfolgt hat, wird verstehen, welcher Plattenbau dann gemeint ist sofort.
00:25:46: Und in all dem haben wir dann einmal die persönliche Erfahrung und die Bedeutung von Leben oder Nichtleben.
00:25:52: Und diese Ablehnung von all diesen Gesetzen und all diesen Strukturen resultiert dann in diesem Satz, Leben ist gut und nicht Leben ist genauso gut.
00:26:03: Auch mit der Ambivalenz, die sie auch an anderen Stellen auch nicht nur trägt, sondern fast schon produziert zwischen dem wirklich teilweise verstörenden Szenen und Erfahrungen, die sie beschreibt.
00:26:18: Und dann aber gleichzeitig auch mit dem Humor, den sie natürlich auch permanent auch reinbringt.
00:26:24: Also das ist teilweise wirklich, also in den Beschreibungen der Menschen, aber auch der Orte und der Situation wirklich auch sehr lustig einfach.
00:26:35: Also es ist beides auch.
00:26:36: Das würde ja auch zu dieser Ambivalenz gehören.
00:26:40: Du hast es jetzt gerade mit den einzelnen Orten Istanbul schon erwähnt.
00:26:46: Was ich eben stark finde, ist dieses Topografie.
00:26:49: Bei der Lektüre des Buches, ob man Istanbul kennt oder nicht, ist es glaube ich egal.
00:26:54: Also ich habe schon einen Test gemacht in Gesprächen mit anderen, die Istanbul nicht so gut kennen und das funktioniert genauso.
00:27:00: Man ist nämlich angehalten fast schon parallel zur Lektüre, ab und zu zu gucken, wo befindet sich die Protagonistin gerade?
00:27:08: Und jetzt am Anfang des Romans ist es eher, also den sagen wir, wenn man das verrechnet mit den Jahrzehnten, das sind die fünftiger, sechziger Jahre.
00:27:18: Fatih Moschee wurde erwähnt und so, aber die sechziger, siebziger Jahre, also Therese Uesle selber ist neunze treiundvierzig geboren, die sechziger, siebziger Jahre, da taucht die... Protagonistin zumindest.
00:27:30: Er, ich würde fast schon sagen, in das alternative Boelm-Leben von Bei Ulu ein mit allem, was in den Sechziger- und Siebzigerjahren dazugehört.
00:27:41: Also sexuelle Befreiung, ein paar Nachtleben, aber eben auch, und das ist glaube ich das eines der tragenden historischen Marker quasi, aber auch natürlich diesen politischen Umwälzung oder Erschütterung, die die Türkei erlebt in den Siebzigerjahren.
00:27:55: Das ist, ich weiß nicht, Vielleicht müssen wir ein bisschen darüber reden.
00:28:01: Das ist nämlich nicht weg vom Text, sondern das ist irgendwie noch im Text bleiben, weil das irgendwie auch sehr wichtig ist.
00:28:08: Die Siebzigerjahre in der Türkei, man denkt immer an den ersten, also an den Militärputsch von den einen wichtigen natürlich, aber es gab ja viele andere und es gab viele andere politische.
00:28:19: Also ich meine, Anfang der Sechzigerjahre gab es ja eine gewisse Öffnung in der Türkei.
00:28:24: Es gab eine ziemlich Kann man das sagen?
00:28:27: Eine ziemlich gute Verfassung.
00:28:30: Also es gab eine liberalere Verfassung und...
00:28:34: Demokratiebestrebungen.
00:28:36: Gutes Wort.
00:28:37: Es gab Demokratiebestrebungen in dem Land.
00:28:43: Und das Militär hat er eingegriffen und alle Linken, Autonomen oder auch nicht mal Linken, also auch wirklich ganz normale Menschen.
00:28:53: die gar nicht politisch aktiv waren, wurden ja brutal unterdrückt und das Land hat das ja nie verarbeitet, sondern was halt passiert ist, es kam dann ein Militärputsch nach dem anderen quasi und dann kamen wir zu einem Achtzig die eine Zäsur und ab den Achtzigern wurde ja dann alles so zugebaut, als würde man einfach versuchen die Geschichte unsichtbar zu machen.
00:29:20: Und das sind eben diese Umstände, das sind eben diese Kontexte, in denen Thessalonius so schreibt.
00:29:26: Und das sind eben auch die Kontexte, die Erzählerinnen immer wieder erfährt.
00:29:31: Wir lesen das aber nie.
00:29:33: Also, es wird ein Militärputsch nie erwähnt.
00:29:35: Es wird auch nicht irgendwie erwähnt, Polizisten schlagen darauf ein oder Leute werden getötet, gefoltert oder viele Leute verschwinden oder werden verschwunden lassen.
00:29:50: Wir lesen das immer nur durch Umwege oder durch andere Erfahrungen der Erzählerinnen.
00:29:55: Total.
00:29:56: Das ist das, was ich stark machen wollte mit dem dritten Kapitel.
00:30:04: Die Geschichte geht eher in Richtung, dass sie in diesem verstörenden Abschnitt eher ... Sie beschreibt die Elektroschocktherapien, die sie in der Nervenklinik erhält.
00:30:17: Und von der politischen Großwetterlage ist gar nicht so die Rede.
00:30:22: Und trotzdem kommt dann irgendwann, je länger ich gelesen habe, desto mehr kam dann die Frage auf es, aber hat das jetzt das eine mit dem anderen zu tun?
00:30:30: Man kann die Geschichte als... als Geschichte des Warnhaften irgendwie lesen und ohne die Politik.
00:30:37: Und dann taucht sie aber trotzdem irgendwie auf, ohne dass sie erwähnt wird.
00:30:42: Wie würde es es einordnen, um das grob zu sagen, das ist ein politischer Kontext oder gesellschaftliche gesellschaftspolitische Konflikte oder Erfahrungen, die auch die Protagonisten oder die intellektuellen Linke Gewerkschaftler machen, die dann inhaftiert werden, gefoltert werden, gebrochen werden, in dem Sinne.
00:31:00: Und dann aber eigentlich der Literatur, mit der wir, also die Özil produziert und mit der wir es dann als Lesende zu tun haben.
00:31:06: Du sagst an einer Stelle eines Essays, an mehreren Stellen sehr stark, sagst du zum Beispiel, sie ist keine Chronistin der politischen Ereignisse.
00:31:15: Sie verwandelt eher, sie macht ja das anders draus, sie verwandelt die Figuren in andere, die Personen in andere Figuren.
00:31:23: oder sie reagiert auch nicht auf politische Ereignisse, sondern was macht sie dann, wenn ich fragen darf?
00:31:29: Also wie verarbeitet sie das literarisch?
00:31:33: Also ich finde, die Texte greifen ab.
00:31:39: Wir erfahren Zustände, Stimmungen.
00:31:42: Ich weiß nicht, ob ich das erklären kann.
00:31:44: Und was die Texte machen, ist, einen Raum zu schaffen für diejenigen, die nicht sprechen konnten und die dann in diesen Räumen sprechen können und dann von uns gehört werden können.
00:31:58: Ich glaube, das ist ganz wichtig.
00:32:00: Und das macht die Texte auch so stark.
00:32:03: Ich meine, wenn wir an die Türkei denken, Wir müssen wirklich uns vergegenwärtigen, dass das Land bestimmt ist von verdrängten, blockierten Gedächtnissen.
00:32:13: Also es findet keine Aufarbeitungsstadt.
00:32:16: Und dass dieses Verdrängen, das passiert auf allen Ebenen von allen Seiten und dieses Blockieren und dieses Nicht darüber reden, muss ja irgendwie verarbeitet werden.
00:32:28: Und Literatur... Jetzt komme ich natürlich mit Literatur.
00:32:31: Literatur kann das.
00:32:34: Philosophie nicht so wirklich, werde ich jetzt mal behaupten.
00:32:37: Oder auch Essays können das nicht so wirklich.
00:32:39: Aber was Literatur kann... Stimmen, einen Raum zu geben, die auch im Widerspruch zueinander stehen und die auch an Bevalenzen darstellen, wie du so vorhin schon erwähnt hast.
00:32:50: Und das kann einfach ein Text, kann das aushalten, eine terroristische Text.
00:32:53: Und das macht auch ihren Roman so aus.
00:32:57: An manchen Stellen, es geht auch nicht darum, dass wir mit dem Textsubjekt immer Empathie empfinden oder mitgefühlen.
00:33:03: Auf keinen Fall mit Leid.
00:33:06: Das ist auch keine Frage.
00:33:08: Sondern es geht darum wirklich... den Zustand einer Person und auch dann dementsprechend eines Landes zu verstehen.
00:33:19: Ich muss dich kurz zitieren, weil dieser Satz mich dann schon auch mich beschäftigt hat.
00:33:26: Du sagst immer an einer Stelle vielleicht liegt darin, darin, die in ihrem Schreiben eigentümliche Form von Widerstand.
00:33:33: Also immer diese Bewegung durch Sprache, durch Orte auch und durch das Gesetz hindurch.
00:33:39: Und eben die eigentümliche Form von Widerstand ist nämlich, dass es keine Alternative zum Leben sucht, sondern einen Umgang damit.
00:33:47: Wenn du hattest eben gerade einen Satz, der Özilöso in den Nachschal hat und das wäre für mich dann meiner, das ist eben keine Alternative zum Leben, sondern immer einen Umgang damit.
00:33:57: Es ist natürlich Also das ist natürlich auch ein existenzialistischer Gestus, der auch eine wichtige Rolle spielt in ihren Beschreibungen der türkischen Gesellschaft.
00:34:08: Also das gehört, finde ich, auch fast schon zu den humorvollen Seiten wieder des Romans, weil sie... Ja, sie verarscht zum Beispiel die Paris-Begeisterung, also die der francophilen Istanbul-Apa-Klas in den Siebzigerjahren, das alle dann irgendwie sagen.
00:34:22: Die es immer noch gibt.
00:34:24: Die es immer noch gibt, natürlich.
00:34:25: Die es auch in anderen Ländern ja auch gab und gibt, also sie veräppelt diese Paris-Faszination, ist aber natürlich auch ein Kind der türkischen Bildungspolitik.
00:34:36: Also könnte man ja auch so sagen, dass sie dann Kafka über, also liest und dann übersetzt und ins Kino geht.
00:34:43: kanische Filme guckt.
00:34:45: Also diese Beschreibung gibt es auch, aber worauf ich eigentlich hinaus wollte, ist neben dem Humorigen, dass sie eben diesen Umgang mit den Situationen dann sucht.
00:34:54: Und das ist vielleicht das Besondere an ihrer Literatur, dass das so wirklich plastisch, auch wieder nochmal an Dennis Utlo ein Dankeschön, so plastisch im Deutschen auch, so schön.
00:35:05: wiedergegeben wird, dass man da wirklich mit, dass man das sehr, also vor Augen einfach
00:35:11: hat, mitspürt.
00:35:12: Und auch, das erkennt man auch an der Schreibweise.
00:35:18: Es ist ein sehr nüchterner Ton, es ist sehr, es ist schon fast so, fast schon ein Testimonier, weil wir es keine, also es ist nichts verschmückt erzählt, sondern fast wie ein Bericht.
00:35:34: Und ich finde, als wäre es ein Zeitzeugbericht.
00:35:38: Und das macht auch diesen, also das macht halt diese, ich erwähne ja auch, Sexus-Ecritifemininen an einer Stelle, weil ich finde, das macht halt diese Schreibweise auch so aus, dass wir, dass keine großen Begriffe, keine großen Beschreibungen benutzt werden, sondern wirklich die Dinge an sich aufgegriffen werden.
00:35:58: Und ja.
00:36:00: Sollen wir noch ein bisschen was lesen?
00:36:01: Ganz kurz
00:36:02: noch.
00:36:02: Ja bitte.
00:36:05: Das ist eine Beschreibung von Berlin.
00:36:07: Ganz kurz nur.
00:36:09: Ich glaube, das ist, finde ich, ja genau, auch nochmal wichtig, dass Therese Oesle eben auch Stipendiatin des DRD nach Berlin gekommen hat, eben jahrelang.
00:36:17: Es ist nur eine Vermutung von mir.
00:36:21: Aus welchen Gründen sie eigentlich, also ist es ein Exil, ist sie wirklich aus dem Land abgehauen, aus der Türkei, das wird irgendwie nicht so richtig klar, es spielt vielleicht auch keine Rolle, aber auf jeden Fall lebt sie dann mehrere Jahre mit Unterbrechung in Berlin und spätet dann in Zürich.
00:36:38: Aber diese Berlinjahre sind schon wichtig, sie sind in beiden Romanen, sind die Berliner Aufenthalte sehr, sehr prominent.
00:36:45: Und da sagt sie an einer Stelle, schreibt die Protagonistin Ich setz einfach mal irgendwo an.
00:36:53: Die Mauer teilt die Stadt in Kanalnähe in Ost und West.
00:36:56: An manchen Abschnitten auf der Westseite öffnet sich eine schmale Gasse zwischen der Mauer und verfallenen Altbauten.
00:37:02: Hier leben Töken.
00:37:04: So umfasst die Stadt nicht nur Ost und West, sondern auch die Dritte Welt.
00:37:08: Im Westen sind die Freiheiten grenzenlos.
00:37:10: Sie sprengen deutsche Traditionen.
00:37:12: Frauen zeigen ihre nackten Brüste.
00:37:14: Alte Damen malen sich an wie Puppen.
00:37:17: Deutsche Alkoholiker trinken an der Haltestelle im Stehen und schreien.
00:37:20: Kackscheiße.
00:37:21: Kackscheiße.
00:37:24: Und dann unsere
00:37:25: Beine.
00:37:25: Der nächste Satz.
00:37:26: Die Kneipen schließen nie.
00:37:30: Sehr gut.
00:37:30: Und das ist jetzt nur einfach, nur einen einfach rausgegriffen.
00:37:35: Die Berlinschreibung sind auch super wichtig.
00:37:37: Wir müssen jetzt eigentlich noch ganz viel über eigentlich Therese Oeslis Blick auf Deutschland und auch auf sie nennt es selber auf die Gastarbeiter eigentlich noch werfen, weil ich Das wiederum als Historiker wiederum sehr wichtig, finde ich sehr bedeutsam, weil wir es eigentlich mit einem der seltenen Fälle zu tun haben, bei dem eigentlich ein literarischer zeitgnössischer Blick, also sagen wir aus den späten Siebzigerjahren, von einer aus in der Türkei sozialisierten Person, so ein literarischer Blick geworfen wird auf das Migrantische.
00:38:19: Das ist einerseits bedeutsam und wichtig, weil das so oft gibt es das gar nicht.
00:38:23: Es ist immer die Rede oder das Bild immer von einer homogen, ahistorischen, einen türkischen Community zum Beispiel, von ein sechzig bis jetzt, zumindest bei vielen.
00:38:35: Mir ist es zum Beispiel wichtig, und das ist auch historisch so wertvoll, dass Özil da eigentlich ein Histor, also uns wiederum nochmal einen Rückruf aus den Siebziger und Achtzerjahren, also uns zurückruft und sagt so, nein, diese ganzen Geschichten gibt es und diese ganzen Blicke gibt es eigentlich.
00:38:50: Die müssen wir nicht von immer retrospectiv von heute aus dann zurückerzählen, die gab es schon eigentlich.
00:38:58: mit all den Ambivalenzen, die dazugehören, also das ist auch ihr Blick, auch keiner ist, der irgendwie klassenlos ist.
00:39:04: Das ist ja auch einer, der mit einer ganz anderen Migrationserfahrung spielt, als mit den Gastarbeitern zum
00:39:10: Beispiel.
00:39:10: Also auch manchmal, sie schaut ja auch manchmal ein bisschen eke auf
00:39:13: die Gäste.
00:39:14: Auf jeden Fall.
00:39:15: Auf jeden Fall.
00:39:15: Das ist sehr problematisch.
00:39:17: Also auch in Ihrem Briefen, weil die wir jetzt heute eigentlich nicht reden, aber in Ihrem Briefen ist es an manchen Stellen schon konfliktreich.
00:39:27: Also der Blick auf dieses Elend der Gastarbeiter ekelt sie an.
00:39:36: Aber wie so vieles in der Welt ekelt.
00:39:40: Sie ist generell ja oft angeekelt und genervt.
00:39:43: Und das lehnt sie dann so ab.
00:39:45: Sie lehnt auch diese... den Gastarbeiter als Objekt darzustellen und wahrzunehmen, lehnt sie auch ab.
00:39:53: Und dass sie dann passiv sind, lehnt sie auch ab, findet sie auch nicht in Ordnung.
00:39:57: Dass sie irgendwie Opfer eines Systems sind, lehnt sie auch ab.
00:40:01: Also es ist dann schon ein problematischer Blick.
00:40:04: Und dass ihr auch den Begriff verwendet, der eigentlich dann zum Beispiel Ende der Siebziger Anfang der Achtziger auch, man könnte sagen, eigentlich gar nicht mehr passt.
00:40:13: Also nach dem Anwerbestopp, könnte man, müsste man de facto gar nicht mehr von Rassarbeitern reden.
00:40:18: Also ich reproduziert eigentlich den Begriff der, der jetzt, also klar, der hat so seine Wirkung, aber den müsste sie nicht verwenden.
00:40:26: Auf Seite fifty-fünfzig von hier von Suche nach den Spuren eines Selbstmords gibt es noch eine, eine Passage.
00:40:31: Sie ist, sie ist irgendwo lost in Jugoslawien, auf der E-Fünf.
00:40:37: Sie muss eigentlich, sie will ja nicht in die Türkei, aber sie will eigentlich nach Italien, aber sie ist mit jemandem über den durch Jugoslawien gefahren und will jetzt eigentlich wieder zurück und ist da irgendwie lost.
00:40:48: und dann bemerkt sie eben auch, ich zitiere jetzt einfach, also sie sagt dann einfach, sie ist in der Jugoslawien, der Wind treibt das Papier weg, ich hebe es auf, nehme den Stift in die Hand, müde türkische Gastarbeiter auf dem Weg von der Bundesrepublik in die Türkei halten vor mir an der E-Fünf an und wollen sich am Kornfeld entspannen.
00:41:09: Das wird ihnen nie gelingen, sie werden sich nie entspannen können.
00:41:12: Lebenslang nicht.
00:41:13: Nicht einmal ihr Tod wird eine Entspannung sein.
00:41:15: Sie sind ihres Todes beraubt wie ihres Lebens.
00:41:18: Also das ist jetzt nicht das Despektierliche, aber es sind natürlich Beobachtungen erstmal, die ich für Bedeutung halte, weil sie dann eigentlich diesen, ja, weil sie einen anderen Blick hat auf diese deutsch-türkische Migrationsgeschichte.
00:41:36: Genau, mit all den Amivalenzen, die du ja auch stark gemacht hast.
00:41:38: Jetzt wäre die Frage, wenn wir schon im deutschen Kontext sind und so langsam Schluss machen müssen, wäre vielleicht die Schlussfrage.
00:41:45: Und das passt jetzt eigentlich auch ganz gut, weil es wiederum, was mit eher der deutsch-türkischen Geschichte zu tun hat, ganz blöd gesagt.
00:41:53: Warum erscheint Tese Ölzlö' in den Berliner Review bei dir, bei uns auf?
00:42:04: Warum vierzig Jahre später?
00:42:12: Ich weiß nicht.
00:42:13: Interessen von Verlagsgeschäften.
00:42:17: Es gibt nichts mehr zu publizieren.
00:42:19: Bücher sind innen alle.
00:42:21: Ich weiß es nicht.
00:42:22: Also ich meine, diese Bücher von ihr waren ja vor vierzig Jahren genauso gut wie jetzt.
00:42:27: Ich würde das jetzt gerne irgendwie... romantisierend darstellen, so ja, wir entdecken gerade verlorende Geschichten.
00:42:36: Ich bezweifle es, denn das Cover, wie vorhin gezeigt, zeigt ja, dass es um andere Interessen geht.
00:42:44: Aber natürlich auch, dass zum Beispiel jemand wie Dennis Ottlo jetzt ein akzeptierter oder angesehener Autor ist in Deutschland und er hat ein Mitspracherecht und kann dann ein Buch übersetzen und auch das Manuskript vorlegen.
00:42:57: Natürlich hat auch das was damit zu tun.
00:43:00: Das heißt, es gibt jetzt eine Repräsentation von bestimmten Gruppen innerhalb des Literaturgeschäfts und was es vielleicht, also was es auf jeden Fall vorher nicht gab.
00:43:09: Ich glaube, das ist wichtig, aber ich könnte jetzt nur spekulieren.
00:43:13: Wobei das, was du erwähnt hast, ja auch schon eine, ich würde auch sagen, schon eine Voraussetzung ist dafür, dass es überhaupt passiert.
00:43:20: Wobei man gleichzeitig eben, Therese Oesle wahrscheinlich eben, also nicht in diese, also ich glaube die letzten zwanzig Jahre an Migranten.
00:43:28: zu schauen, postmigrantische Literatur sind eine Voraussetzung dafür, dass sowas passieren kann in der Buchbranche.
00:43:33: Aber Tesla ist ja wieder mit den zeigendnössischen Labeln der Achtzigerjahre, vielleicht wäre es eine Person, die für den Camisso-Preis nominiert hätte werden können in den Achtzigerjahren.
00:43:48: Für Menschen, ich weiß nicht, wie die Beschreibung damals war.
00:43:52: Für AutorInnen, die, so war die Beschreibung damals nicht, aber für AutorInnen, die da, die nicht in der deutschen Sprache aufgewachsen sind, aber dann auf Deutsch schreiben, vielleicht.
00:44:06: Vielleicht bin ich ganz sicher.
00:44:07: Aber auf jeden Fall für diesen Camissup-Preis nominiert Wort, sie könnte schon nominiert, wäre schon potenziell nominierfähig gewesen.
00:44:16: Sie wurde auch in Deutschland ausgezeichnet, ihr Manuskript.
00:44:21: Suche nach den Spuren eines Selbstmordes wurde in Deutschland ausgezeichnet.
00:44:25: Also
00:44:26: dann ist es ja eine Wiederentdeckung.
00:44:27: Das ist nicht nur eine Entdeckung, sondern Wiederentdeckung.
00:44:29: Und das sind schon dreißig, vierzig Jahre.
00:44:31: Es ist vielleicht eine gute Schlussfrage, weil sie zur Vermutung... Aber
00:44:36: ganz wichtig, also ich ... Es geht hier nicht um migrantische oder sogenannte Postmigrantisch Literatur.
00:44:47: Es ist auch keine Autofiktion.
00:44:48: Es ist ... Weltliteratur, also ich würde es wirklich dabei belassen.
00:44:53: Wunderbar,
00:44:54: das ist das perfekte Schlusswort.
00:44:56: Danke
00:44:56: Esra.
00:45:08: Das war Esra Akarya im Gespräch mit Ono Erdur.
00:45:11: Esras Essay schreiben
00:45:13: ist der größere Warn über Thesa
00:45:14: Özlüsse.
00:45:15: Weltliteratur findet ihr
00:45:16: im Berlin Review
00:45:17: Reader V und auf blnreview.de.
00:45:23: Wenn ihr unsere Arbeit
00:45:24: schätzt
00:45:25: und weiter möglich machen wollt, dann macht ihr das am besten
00:45:28: mit einem Abo,
00:45:29: das euch auch Zugang zu
00:45:30: all unseren Texten gibt.
00:45:32: Und das geht schon ab fünf Euro
00:45:33: monatlich
00:45:35: auf blnreview.de.
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